Diverses

Diese Rubrik ist für alles gedacht, was fortlaufend meinem kruden Hirn entspringt und in die Kategorie “Dinge, die niemand wissen will” fällt. Da ich diesen Webspace jedoch bezahle, nehme ich mir einfach das Recht heraus, meinen Teil vom Internt auch ein bisschen vollzumüllen. Weiter daher auf eigene Gefahr:
Sehr sehr geile Zeitraffer aus Monastir:
Suche: Fotos von tunesischen Taxicockpits. Mir schwebt eine Seite quasi als Ausstellungsort für diese immer höchst individuell eingerichteten persönlichen Orte vor. Biete: Lediglich die Plattform, da ich die Idee zwar schon vor langer Zeit, aber nie IN einem Taxi hatte.
Die Tunesienkrankheit
Es sei hier ernsthaft gewarnt vor einer hochansteckenden Krankheit, die vor allem, aber nicht nur, junge, aufgeschlossene Frauen befällt. 1.) Infektionsweg Die Buchung eines völlig normalen ich-muss-hier-mal-raus-aber-weiß-nicht-wohin-nur-in-die-sonne-und- nicht-so-teuer-pauschal-Urlaubes. Man verlebt einen entspannten Urlaub und betritt deutschen Boden vollgeschmiert mit künstlicher Henna-Bemalung und den Kopf voller orientalischer Lieder, Gerüche, Geschmäcker und Manche mit verlorenem Herzen. 2.) Inkubationszeit Meist recht kurz. 1-2 Wochen, je nachdem wie lange der Aufenthalt dauerte. 3.) Erste Anzeichen Man sieht die Henna-Tattoos verblassen und muss feststellen, dass es schmerzt, wenn die Bekannten das "arabische Gejaule" nicht so schön finden, wie man selbst (sie haben nun mal nicht in diesem süßen Straßencafe in Sousse, Hammamet, Mahdia oder Tunis etc. gesessen). Nun teilt sich die Gruppe der Infizierten. 1. Gruppe : Diejenigen, die es als schöne Erinnerung betrachten aber das nächste Mal lieber wieder nach Spanien fliegen. Diese Gruppe war nie wirklich infiziert und erholt sich schnell wieder. 2. Gruppe Diejenigen, die den Kontakt nicht abreißen lassen und sich auf die Suche nach Gleichgesinnten begeben. Diese Gruppe hört, auch nach 72-stündiger Dauerbeschallung, kein "arabisches Gejaule", sondern immer noch melancholische, sehr schöne Musik. Teile dieser Gruppe haben sich ernsthaft in "braune-Augen-kurze-schwarze-Haare" verliebt und versuchen alles, um spätestens in 2 Monaten wieder unten zu sein. (Da ich mich selbst nicht zu diesem Teil der 2. Gruppe zähle, muss ich die ausschweifende Beschreibung des Leidens dieser Personengruppe an dieser Stelle abbrechen) 3.) Pseudo-Erholungs-Phase Man beschließt, den nächsten Urlaub auf jeden Fall wieder in Tunesien zu verbringen und kann den Erscheinungstermin der Reisekataloge für den kommenden Sommer nicht erwarten. Im günstigsten Fall wird die Reise sofort (am besten übers Internet) gebucht und dann vergehen Monate des qualvollen Wartens. 4.) Phase der Leugnung Schon 2-3 Monate vorher werden die Sommersachen aus dem Schrank gesucht und die Reiseplanung beginnt. Die komplette Reise wird schon Wochen vor dem genannten Termin bezahlt. Der mp3-Player wird mit der passenden Musik bestückt usw.  “...nein, ihr müsst euch keine Sorgen machen, alles in Ordnung mit mir..." 5.) die heiße Phase Die letzten 4 Wochen vor der Reise werden jeden Tag akribisch neue Pläne für den Urlaub geschmiedet, 1001 Dinge eingekauft, recherchiert und nachgelesen. Körperliche Symptome unmittelbar vor der Reise sind akute Schlaflosigkeit, Desorientierung, innere Unruhe, erhöhte Pulsfrequenz, Schweißausbrüche und Hektik 6.) fehlende Krankheitseinsicht Ich bin nicht krank, es ist doch völlig normal, dass ich schon 4 Stunden vor der Abflugzeit am Schalter ungeduldig mit den Füssen stampfe, damit ich auf jeden Fall einen Fensterplatz bekomme.... Die Zeit des Fluges vergeht wie in Trance bis..... ...ja bis die erste Spitze Tunesiens direkt rechts hinter Sizilien auftaucht..... der Flieger setzt zum Landeanflug an.... ....die Anspannung ist kaum auszuhalten .... und tatsächlich gelandet.... ...Aeroport Enfidha-Hammamet...kann man in dicken Lettern lesen... Viel zu lange dauert es, bis der Flieger endlich am Gate ist. (Jaaaaa ich habe gehört, dass man bis zum Schluss angeschnallt bleiben muss). Die Tür öffnet sich, man überlegt kurz, alle Pauschal-Touris (nein, dazu zählt man sich nicht mehr) umzurennen um dann endlich deeeen Duft zu riechen.. Heiße Luft, Kerosin, und das Salz des Meeres... (Wer an dieser Stelle immer noch glaubt er sei nicht krank, >> zurück zum Anfang) Man verlebt (wieder) einen herrlichen Urlaub, hat (wieder) schöne, fremde und vertraute Eindrücke, trinkt (wieder) das "geliebte" "Celtia", lernt (wieder) unglaubliche Dinge kennen. 7.) Status "unheilbar" erreicht Die letzten Tage in Tunesien und die ersten in Deutschland verschwimmen in einem Meer aus Tränen. Man will nicht zurück und hier nicht sein. Es fällt schwer in das "normale" Leben zurück zu finden. Das letzte "Marwa" geht zur Neige, die letzten Köstlichkeiten werden gegessen, das letzte Shirt riecht wieder nur nach deutschem  Weichspüler. Man fühlt sich unverstanden ("nun mach mal nicht so ein Drama draus") und hilflos ("ich will wieder zurück"). Das kann doch nicht sein, dass 1, 2,, 3 oder 4 Wochen so schwupps einfach vorbei sind. Ich will wieder zurück und zwar jetzt !!!!! Will nicht arbeiten, will nicht einkaufen, will nicht das Schmuddelwetter (wobei auch 25°C in Mitteleuropa in dieser Phase Schmuddelwetter sind), will nicht abgelenkt werden, will nicht aufhören, von wogenden Palmen zu träumen, will nur noch DORT sein. Die Tage fließen dahin, irgendwann hat einen der Trott wieder eingeholt (kann bis zu 3 Wochen dauern). Es bleibt die Sehnsucht. Der Grund, warum ein Jahr ohne Tunesienurlaub für mich ein verlorenes Jahr ist. Was dann folgt ist Phase 4-7 in scheinbar endloser Wiederholung 8.) Gegenmittel Mir nicht bekannt und eigentlich auch nicht nötig !! Wer bis hier gelesen hat :  Danke!   ;-)