Tunesien - Musik Was wäre die Erinnerung an Tunesien, wenn es die orientalische Musik nicht gäbe ? Wie ein Meer ohne Wasser oder Wüste ohne Sand. Die Erinnerung an einen Tunesien-Aufenthalt bleibt untrennbar auch mit Musik verbunden. Es sind vor allem die "exotischen" Instrumente, die der orientalischen Musik ihren unverwechselbaren Klang verleihen Zur klassischen arabischen Musik gehören der Oud (Laute), die Ney (Flöte), der Mezoued (Dudelsack), die Darbouka (Trommel), Riqq (Tamburin), Quanun (Zither) und die Violine. Noch fremder klingt für Europäer die Musik, weil der Aufbau, die Melodie und der Rhythmus der arabischen Lieder von unseren abweicht. Der Rhythmus der orientalischen Musik geht sofort ins Blut. Musik und Tanz gehören in der Welt der arabischen Klänge einfach zusammen. Malouf Das Erbe andalusischer Flüchtlinge aus dem 15. Jahrhundert entwickelte sich im Laufe der Zeit unter dem Einfluss berberischer Rhyhthmen zur populärsten tunesischen Musikrichtung. Üblicherweise wird ein Solokünstler dabei von einem kleinen Chor und einem dazugehörigen Orchester begleitet. Jedes Lied besteht aus mehreren Modi, welche sich jeweils durch einen besonderen Rhythmus, Tonart und Gesangsstil auszeichnen. Der Malouf bezieht seine Wirkung aus der immerwährenden Wiederholung. Die Stücke sind sehr lang und die Intensität des Gesanges steigert sich im Lauf des Liedes. Die Lieder handeln fast ausschließlich von Liebe, Sehnsucht und Verlust. Für den Erhalt des klassischen Malouf wurde 1934 die Rashidiya gegründet,  ein Musikkonservatorium, welches nach Muhammad el-Rashid Ben Hussayn Ben Ali Bey, einem Bey in Tunis, benannt wurde. Eine Besonderheit dieses Musikstils ist das El Azifet Ensemble. Es besteht nur aus Frauen und ist in Tunesien sehr populär. Der wohl bekannteste Meister des modernen Malouf ist Anouar Brahem, der mit seinem experimentellen Oud-Spiel die Massen begeistert. Weitere tunesische Künstler siehe unten. Sufi-Musik Der Sufismus gilt allgemein als die islamische Mystik. Die Anhänger des Sufismus sehen ihre Lehre nicht als ein spirituelles Produkt der islamischen Religion, sondern er offenbart lediglich die esoterischeWahrheit des Islam. Die sufische Lehre als solche zieht sich durch die gesamte Menschheitsgeschichte, aus der Sicht vieler Sufis ist und war diese zu jeder Zeit und in jeder Kultur in verschiedenen Aspekten allgegenwärtig. In den unterschiedlichen Traditionen existieren auch verschiedene Arten, die Sufi-Musik – wenn überhaupt – instrumental zu begleiten. Oft werden die Instrumente Bendir (Rahmentrommel) und Ney (Rohrflöte) verwendet. Der Klang der Ney wird meist als klagend oder sehnsuchtsvoll beschrieben, weshalb sie auch generell als das Instrument der Sufis gilt. So wie das Rohr aus seiner „Heimat“, dem Röhricht geschnitten wurde, symbolisiert dessen Klang die Sehnsucht der von der Alleinheit getrennten Seele des spirituell suchenden Menschen nach ihrer ursprünglichen Heimat wieder (Quelle: Wikipedia). Raï Raï hat zwar seine Wurzeln nicht in Tunesien, soll hier aber dennoch nicht unerwähnt bleiben, da dieser Musikstil aus der arabischen Welt weit über die Grenzen des Orients hinaus bekannt ist. Raï kommt aus Algerien und entwickelte sich zu seiner heutigen Form ungefähr ab den 80er Jahren. Zu jener Zeit wurden die ersten Lieder mit Synthesizer gespielt, und wurden damit gerade in der algerischen Jugend äußerst populär. Die algerische Regierung verbot Raï um Unruhen in der zur damaligen Zeit sehr  unzufriedenen algerischen Jugend zu verhindern. Das Verbot wurde 1985 zwar aufgehoben, zu Zeit des algerischen Bürgerkrieges in den 90er Jahren machten jedoch die Islamisten auch Jagd auf die bekannten Musiker des Raï. Im Zuge dessen wurde u.a. der Sänger Cheb Hasni auf offener Straße erschossen. Viele der populären Musiker, z.B. Cheb Khaled (heute nur noch Khaled) oder Cheb Mami gingen zu dieser Zeit ins Exil und blieben dort viele Jahre. Der Raï wurde durch die im Exil lebenden Algerier nach Europa gebracht und dort stilistisch mit anderen Musikrichtungen vermischt. Es existieren daher heute sehr viele Crossoverstile. Cheikh/Cheikha bezeichnen im arabischen Raum ältere und erfahrene Männer, bzw. Frauen. Im Gegensatz dazu entwickelten die Musiker des Raï die Bezeichnung Cheb/Cheba als Namenszusatz, was soviel wie "jung und/oder aufgeschlossen" bedeutet. 
Oud Mezoued Bitte klicken  für Interpreten  und Hörbeispiele
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Ney
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